Die Erkrankung an Karies ist ein äußerst komplexer Vorgang. Insbesondere der Verbrauch zuckerhaltiger Nahrung und Getränke hat das normalerweise perfekt funktionierende, natürliche Gleichgewicht des "Biotops" Mundhöhle verändert. Hier leben Milliarden von Mikroorganismen, also Bakterien und Bazillen. Einige dieser sonst harmlosen Mikroorganismen entwickeln eine gefährliche Aktivität, wenn sie Süßigkeiten oder Speisen und Getränke mit darin verstecktem Zucker verarbeiten. Sie vermehren sich blitzartig, bilden eine zähklebrige Masse, die sich auf den Zähnen festsetzt (Zahnbelag und Plaque) und sie produzieren bei ihrem Stoffwechsel eine aggressive Säure. Von ihr werden zunächst die härteste Substanz des Körpers, der Zahnschmelz, und dann das empfindliche Zahnbein angegriffen und zerstört. Einen natürlichen Schutz gegen diese Säure bildet normalerweise der Speichel infolge seiner protektiven Eigenschaften.

Dieser natürliche Schutz reicht aber nicht mehr aus, wenn auf den Zähnen ganze Bakterienkolonien, der Zahnbelag (Plaque), sitzten, Säuren produzieren und dadurch auch den Speichel verändern.