Viele Menschen machen sich sorgen, wegen des Fluorids in der Zahnpasta oder in den Pflegeprodukte beim Zahnarzt. Eine oft reißerische und verkürzende Berichterstattung in den Medien hat viele Patienten verunsichert. Wir hoffen, dass wir hiermit einige Sorgen und Befürchtungen zerstreuen können. Wir stehen natürlich immer gerne für eine ausführliche persönliche Beratung zur Verfügung.

Bedeutung des Fluorids für die Zähne

Der Zahnschmelz, die äußere Schicht der Zahnkrone, besteht aus dicht gepackten Mineralkristallen. Jeden Tag gehen Mineralien verloren oder werden aus dem Speichel zurückgewonnen, der Zahnschmelz befindet sich im chemischen Gleichgewicht mit dem Speichel. Der Verlust von Mineralien wird Demineralisierung genannt. Sie zurückzugewinnen heißt Remineralisierung.

Die Demineralisierung beginnt mit den Bakterien in der Plaque. Sie ernähren sich von Zucker und anderen Kohlenhydraten im Mund und produzieren Säuren. Die Säuren lösen die Kristalle im Zahnschmelz auf. Der Schmelzverlust wird durch Remineralisierung ausgeglichen. Dabei werden im Speichel enthaltene Mineralien wie Fluorid, Kalzium und Phosphat wieder in den Zahnschmelz eingebracht. Ein zu hoher Mineralienverlust ohne ausreichenden Ersatz führt zu Karies.

Fluorid hilft den Zähnen auf zwei Arten. Wenn Kinder in kleinen Dosen Fluorid essen oder trinken, gelangt es in den Blutkreislauf und wird zu einem Teil ihrer sich entwickelnden bleibenden Zähne. Verschluckte Fluoride werden auch Teil des Speichels und stärken die Zähne von außen. Säuren können den durch Fluorid verstärkten Zahnschmelz weniger schädigen.

Darüber hinaus tragen Menschen Fluorid direkt auf die Zähne auf, wenn sie eine Fluoridzahnpasta oder eine Mundspüllösung verwenden. Sowohl Kinder als auch Erwachsene können vom Zahnarzt Fluoridbehandlungen erhalten. Auf die Außenseite der Zähne aufgetragenes Fluorid beschleunigt die Remineralisierung. Fluoridbehandlungen, die in der Zahnarztpraxis angewendet werden, sind auch stark genug, um die Säureherstellung durch Bakterien zu stören.

Historisch wurde angenommen, dass Fluorid in das Kristallgitter des Zahnschmelzes eingebaut werden muss, um die Entwicklung von Zahnkaries wirksam zu verhindern. Es wurde angenommen, dass Fluorid die Gitterstabilität verbessert und den Zahnschmelz weniger löslich für saure Demineralisierung macht. Da der Einbau von Fluorid in den Zahnschmelz als teilweise fluoridierter Hydroxylapatit als für seine Wirkung wesentlich angesehen wurde, wurde Fluorid häufig oral gegeben. Es gibt jedoch immer mehr Beweise dafür, dass ein wesentlicher Teil der kariostatischen Aktivität von Fluorid auf seine Auswirkungen auf durchgebrochene Zähne zurückzuführen ist und dass das kontinuierliche Vorhandensein von Fluorid im Speichel entscheidend ist für seinen Wirkmechanismus. Es besteht ein zunehmender Konsens, dass Fluorid im Speichel und Zahnbelag durch seine Wechselwirkung mit der Oberfläche des Zahnschmelzes die Demineralisierung hemmt und die Remineralisierung an der Oberfläche des Zahns fördert.

Fluorid-Behandlungen

Fluorid in Nahrungsmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln und Wasser gelangt durch den Magen in die Blutbahn. Von dort wird es in den Körper aufgenommen. Bei Kindern steht das Fluorid dann den Zähnen zur Verfügung, die sich im Kiefer entwickeln. Bei Verschlucken von Fluoriden wird den Zähnen bei Personen, die älter als 16 Jahre sind, kein Fluorid hinzugefügt.

Typische Fluoridprodukte werden direkt auf die Zähne aufgetragen. Dazu gehören Zahnpasta, Mundspülungen und professionell angewandte Fluoridbehandlungen. Typische Fluoridbehandlungen sind nur für kurze Zeit im Mund. Die Fluoridwerte im Mund bleiben jedoch einige Stunden danach höher.

Professionelle Fluoridbehandlungen werden in einer Zahnarztpraxis durchgeführt. Sie werden als Gel, Schaum oder Lack aufgetragen. Das für diese Behandlungen verwendete Fluorid hat eine höhere Konzentration als rezeptfreie oder verschreibungspflichtige Mundwässer oder Zahnpasten.

Kann Fluorid Schaden verursachen?

Bei richtiger Anwendung ist Fluorid sicher und wirksam. Eltern sollten die Verwendung aller Fluoridprodukte im Haushalt überwachen. Die Fluorid-Konzentration in rezeptfreier Zahnpasta ist so niedrig, dass der gleichzeitige Verzehr mehrerer Tuben notwendig wäre, um Vergiftungen auszulösen.

Fluoridpräparat-Tabletten sollten von Kindern ferngehalten werden. Diese Ergänzungen werden täglich in kleinen Mengen eingenommen. Die Dosis kann zwischen 0,25 und 1 Milligramm pro Tag liegen.

Bei allen Fragen zur richtigen Fluoridierung ihrer Zähne, fragen Sie ihren Zahnarzt.